Freivorbau
Mit Freivorbau bezeichnet man die Bauweise des freien Vorbaus, welche insbesondere bei Brücken angewendet wird. Dabei wird am frei auskragenden Ende der jeweils folgende Bauabschnitt angefügt. Das Verfahren wird insbesondere bei Brücken mit großen Spannweiten angewendet.
Beim klassischen Freivorbau wird der Überbau, ausgehend von dem biegesteif verbundenen Pfeiler, in Form eines Waagebalkens auf beiden Seiten symmetrisch hergestellt. Dabei hat der Überbau aufgrund der hohen Biegemomente über der Stütze eine deutlich größere Bauhöhe als in Feldmitte (z. B. bei der Nibelungenbrücke Worms oder dem Biaschina-Viadukt im Tessin). Auf der auskragenden Rüstung und Schalung, die am Vorbauwagen befestigt ist, werden gleich lange Abschnitte zwischen 3,5 m und 7,0 m Länge hergestellt, bis der Kragarm die halbe Länge des Brückenfeldes erreicht hat. Die andere Hälfte wird analog vom nächsten Brückenpfeiler aus hergestellt, der Lückenschluss erfolgt heutzutage monolithisch also biegesteif, früher wurde auch oft eine Gelenkfuge eingebaut. Bei gleich bleibender Bauhöhe, wie bei der Kochertalbrücke wurden zur Reduzierung der Kragmomente beim Freivorbau Rüstträger eingesetzt oder man spannte mit einer Hilfsstütze und Schrägkabeln ab. Analog zu den Ortbetonbrücken werden insbesondere außerhalb von Deutschland oft Freivorbaubrücken mit vielen Feldern mit Fertigteilen (Querschnittssegmente) gebaut, wobei die Montage meist mit großen fahrbaren Stahlfachwerkträgern erfolgt. Die Stahlbetonbögen von Bogenbrücken (z. B. Talbrücke Wilde Gera) oder auch die Überbauten von Schrägseilbrücken werden heute oft mit einem an Hilfsabspannungen zurückgehängten Freivorbau errichtet.
Quelle: wikipedia.de
Siehe auch: [ Bogenbrücke ] [ Viadukt ] [ Schrägseilbrücke ] [ Schalung ] [ Stahlbeton ]
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