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Wesel soll leuchten
 
Geschrieben von webmaster am Donnerstag, 19. Oktober 2006

nrz 19.10.2006


ENGAGEMENT. Beim Bürgertreff gab es großes Interesse daran, was in der Stadt an Erhellendem möglich ist. Ein Fonds für eine Lichterbrücke soll den Start für ein planvolles Vorgehen bedeuten.


WESEL. Es werde Licht in Wesel! Mit einem engagiert vorgetragenen Appell endete die Sitzung des Weseler Bürgertreffs am Dienstag im Ratskeller. Professor Dr. Klaus Haerten, Leiter der Gesprächsrunde, bündelte einen mit großer Beteiligung geführten Dialog zum Thema Lichtprojekte in dem Aufruf, einen Fonds ins Leben zu rufen, um eine wirkungsvolle Beleuchtung der neuen Rheinbrücke zu finanzieren. Das könnte zugleich als leuchtendes Beispiel dienen, für weitere "Aufhellung" in der Stadt zu sorgen. Das Generalargument "kein Geld" dürfe nicht von vornherein alles in den Schatten stellen, war man sich einig. Und dass es ein sinnvolles Konzept brauche.

Künstliches Licht kann Plätzen Flair verleihen. Es kann Bögen spannen, Wege zeichnen, Stadttore wieder aufleben lassen. Es schafft Sicherheit und "Aufenthaltsqualität", es beeinflusst den Charakter einer Stadt, wie Architektin Regina Hanke anhand von Lichtbildern unter dem Titel Stadtlicht demonstrierte.

Eine optische Ergänzung durch viele nationale, aber auch internationale Beispiele erfuhr dies durch Beiträge weiterer Fachleute: Philipp Klemm, der mit seiner Weseler Firma Klemm & Maaß vor einem Jahr lichttechnische Möglichkeiten am Berliner Tor angedeutet hatte, und Jörg Klasen, der in Blumenkamp ein Ingenieurbüro und bundesweit Lichtplanung betreibt.

Moderne Lichttechnik macht Gebäude nicht, wie einst, mit eindimensionalem "Anstrahlen" einfach "platt", sondern sorgt für Tiefenwirkung, differenziert Gebäudeteile, Rahmen und Flächen, Wege und Installationen, komponiert mit Farben. Sie ist so effizient, dass sie den Stromverbrauch reduziert. Es gibt Beispiele, dass wirkungsvolles Bodenlicht Straßenlaternen verzichtbar macht.

Wenige Punkte wie der Pylon der neuen Brücke und der "Lange Heinrich" können für Wesel wie Leuchttürme wirken. An der Zitadelle, die nur zu besonderen Anlässen ins Licht gerückt wird, ließe sich einiges verbessern. Nicht alles, was an Zauberhaftem machbar ist, macht indes Sinn. Übereinstimmend wurde unter den rund 50 Teilnehmern ein Konzept gefordert, das Zusammenhänge aufgreift oder auch herstellt. "Punkte heraussuchen, die auf Dauer interessant sind, und sie so akzentuieren, dass es Highlights sind" - so umriss Klasen die Aufgabe. Im Rahmen von Einzelaktionen ließen sich zeitlich begrenzt besondere Lichterlebnisse hinzufügen. Ein Magnet auch für Menschen aus der Umgebung, die Geld in der Stadt ließen, nannte Klasen einen zusätzlichen Effekt.

Nach Erstellung eines Plans, der per Prioritätenliste Stück für Stück umsetzbar ist, sei an die Finanzierung zu gehen, für die auch Sponsoren nötig sind, so der Tenor. Für eine bislang nicht vorgesehene Brückenbeleuchtung zahlt der Bund keinen Cent. Unternehmer seien gefragt, so City-Manager Thomas Brocker. Bürger könnten bei Führungen dafür spenden, schlug Professor Haerten vor.

18.10.2006    JOACHIM FREUND

NRZ 19.10.2006

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