Wesel. Es ist vermutlich wie bei jeder größeren Baustelle gewesen. Vorne warten schon die Ehrengäste auf den Beginn der Feierlichkeiten zur Eröffnung, hinten verschwinden die letzten Handwerker.
So war es wohl auch bei der Rheinbrücke. Der Termin für die Freigabe stand, einige Minister hatten sich für Montagvormittag angesagt, ab 14 Uhr sollte der Verkehr über die neue Rheinquerung rollen.
Was den zahlreichen Gästen allerdings nicht auffiel, entdeckten nun vier ehemalige Siemens-Techniker. Bei einer Fahrt mit dem Rad über das imposante Bauwerk blieb ihr Blick auf den Schrauben hängen, mit denen die Pfosten der Leitplanken mit der Stahlbrücke verbunden sind. Vier Schrauben je Fuß sind es. Nicht alle, aber einige scheinen nicht lang genug zu sein oder sind nicht richtig festgezogen worden. Die Schrauben schauen nicht, wie es eigentlich sein sollte, aus der Mutter heraus. Für die Techniker ein „erheblicher Sicherheitsmangel”. Sie befürchten, dass ein Laster die Leitplanke durchbrechen könnte.
Das Schrauben-Mutter-Problem ist den Verantwortlichen vom Landesbetrieb Straßen NRW bekannt. Wie Projektleiter Hans Löckmann auf Anfrage berichtet, wurde das so erst einmal gemacht, um für die Freigabe fertig zu werden. Es betreffe nur die Stahlbrücke, auf der Betonbrücke sei alles in Ordnung. „Nun werden sie nachgerichtet, nachgezogen”, ergänzt er. Ein Sicherheitsrisiko bestehe aber nicht, betont er. Die Konstruktion der Leitplanken wirke bei einem Aufprall wie ein Seil. Und er sagt, dass zurzeit auf der Brücke nur Tempo 50 erlaubt sei. Wenn alle vier Fahrspuren befahrbar sind, darf doppelt so schnell gefahren werden. Bis dahin werden die Schrauben richtig angezogen sein.








