Deprecated: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /homepages/0/d530306170/htdocs/nrbw/httpdocs/includes/mx_api.php on line 293

Deprecated: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /homepages/0/d530306170/htdocs/nrbw/httpdocs/includes/mx_api.php on line 293

Deprecated: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /homepages/0/d530306170/htdocs/nrbw/httpdocs/includes/mx_api.php on line 1321
Weit weg von den Familien
Rheinbruecke-Wesel.de, DAS ORIGINAL

Weit weg von den Familien

Datum: Sonntag, 14. Januar 2007
Thema: Berichte Neue Rhein Zeitung

NRZ 15.01.2007


RHEINBRÜCKE. Männer wie Maik Fleck oder Michael Leßmann gehören zum Motor des Mega-Projekts. Deshalb wohnen die Arbeiter auf der Baustelle. Fernab der Heimat, auch am Wochenende.

WESEL. Pfützen bedecken die sandige Fläche neben der Rheinbrückenbaustelle. Für einen Januartag ist es nicht sehr kalt. Gemütlich ist es anderswo. Hier hängt trister grauer Himmel über Sandhügeln, Baumaterial und den gelben kleinen Containern. Hier wohnen?




NRZ 15.01.2007Es geht anders kaum. "Man zieht der Arbeit hinterher", beschreibt Maik Fleck (35) aus der Nähe von Wittenberg in Sachsen-Anhalt, was die Arbeit als Brückenbauer bedeutet. Die Belegschaft der Bad Hersfelder Baufirma Kirchner kommt aus fast ganz Deutschland. Dabei haben die allermeisten der rund 50 Mitarbeiter auf der Weseler Baustelle Familien, oft mehrere hundert Kilometer weit entfernt. Man muss sich während der zirka zwei Jahre Bauzeit in den drei Mal sechs Meter großen Containern zu zweit oder zu dritt einrichten so gut es geht.

Die Eingänge der im Rechteck stehenden Blechquader zeigen in einen solide überdachten Innenhof mit Holzboden und eigener Eingangstür. Im Gemeinschaftsraum gibt es eine Dartscheibe und eine Tischtennisplatte. Fahrräder sind untergestellt. Ein Gesamtkomplex, wie ein zusammengeschraubtes Wohnheim. Es gibt einen Duschraum, Toiletten, eine Küche. Natürlich lohnt sich der Aufbau nur bei langfristigeren Aufträgen. Aber "längere Bauprojekte machen das Leben planbar", sagt Leßmann.

Die Arbeitszeitverteilung halten er und Bauleiter Lars Hassenpflug möglichst familienfreundlich: Auf zehn Arbeitstage folgen für die Arbeiter vier freie, oft über ein langes Wochenende. Aber immer noch verbringen sie mehr Zeit miteinander als zusammen mit ihren Familien. "Ganz wichtig" sei das Gemeinschaftsgefühl in dieser zweckmäßigen Gruppenbehausung, sagen Maik Fleck, Michael Aksamska (45), ebenfalls aus Wittenberg und Thomas Weinert (43) aus Meißen.

Die Männer sind eigentlich zufrieden. Im Winter reicht das, was die einfachen Zimmer mit Bett und kleinem Fernseher bieten. Spontan geht es natürlich ab und zu in die Stadt, auch schon mal zum Bowling. Tannenzweige schmücken noch den Raum. Der Weihnachtsbaum kam erst vor zwei Tagen raus.

An die "Containerburg" schließen sich einige zusammenstehende Wohnwagen an, mitgebrachte "Einzelappartements" einiger Kollegen. Ein bisschen wie bei einem Wanderzirkus. Aber anstelle von Romantik steht hier ein sachliches Genießen der kleinen Annehmlichkeiten. Im Sommer angelten Michael Aksamska und einige Kollegen Aale im Rhein, räucherten sie vor seinem Wohnwagen.

Mit den Familien hat dieses Leben "sich eingespielt", sagen die Männer. Tägliche Telefonate gibt es, natürlich. Vielleicht ist dieses leise Heimweh noch romantisch, oder wie Polier Leßmann sagt: "Eine Baustelle daheim ist wie ein Lottogewinn."



Quelle: NRZ online



Dieser Artikel kommt von Rheinbruecke-Wesel.de, DAS ORIGINAL
http://www.nrbw.de/

Die URL für diesen Artikel ist:
http://www.nrbw.de/modules.php?name=News&file=article&sid=128