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Der Herr der Lüfte
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Der Herr der Lüfte

Datum: Mittwoch, 25. Juli 2007
Thema: Berichte Neue Rhein Zeitung

NRZ-SERIE. Siegfried Maier ist seit mehr als 30 Jahren Kranführer - und schwebt fast 140 Meter über dem Rhein.

"Da hinten, das ist Xanten", erklärt Siegfried Maier. Selbst war er noch nie dort, aber von hier oben hat er alles im Blick. Den Dom der Römerstadt, Friedrichsfeld, Voerde und Wesel samt Rheinbrü-cken-Baustelle sowieso. Bis nach Duisburg kann er schauen. Kein Wunder, fast 140 Meter über dem Rhein thront der 52-Jährige in seinem "Reich". "So richtig spannend ist die Aussicht aber nur zwei, drei Tage. Dann wird´s langweilig", räumt der gebürtige Hesse ein.



Besucher sind selten hier oben im Steuerhäuschen des Krans. "Wenn, dann wollen die meistens Bilder machen." So ganz ohne ist der Trip nicht. Schon das Hochziehen im kleinen Metallkorb kann nicht ganz so gefestigten Gemütern schnell auf den Magen schlagen. "Ja, schwindelfrei sollte man schon sein", meint Maier lachend.

Seit einem Jahr an der Rheinbrücke beschäftigt
Einen Fotografen musste er vor einiger Zeit nach gut 20 Metern wieder runter lassen. "Der hat das nicht gepackt." Für andere Kollegen endete die luftige Fahrt mit einem Bad im Rhein. "Aber nur mit den Füßen, sollte ja ein Spaß sein." Wer in der "Gondel" sitzt, ist Maier ausgeliefert.

Seit gut 30 Jahren ist er Kranführer. Je nachdem, wo seine Firma Aufträge erhält, dorthin verschlägt es auch den zweifachen Familienvater. "Meistens war es Frankfurt und Umgebung. Seit einem Jahr bin ich in Wesel." Zehn Tage am Stück wird gearbeitet, jeweils zehn Stunden, danach geht´s für vier Tage nach Hause.

"Angefangen habe ich auf dem Bau als Maschinist. Krane haben mich damals aber schon interessiert", erinnert.sich der Wahl-Weseler. Mit 17 Jahren saß er das erste Mal hinter dem Steuerknüppel und entschied sich für eine Ausbildung als Kranführer. "Die Arbeit hat sich seitdem nicht groß verändert." Lasten von einem Punkt zum anderen heben, "mit Funk und Augenmaß". Die Technik hat aber vieles vereinfacht. Ein "Bordcomputer" teilt Maier zum Beispiel mit, wieviel Meter die "Laufkatze", an der der Haken hängt, draußen ist, wie hoch sich die Last gerade befindet oder - ganz wichtig - wie schnell der Wind pfeift. "Ab Stärke acht geht nichts mehr", sagt Maier. Dann würde sich der erfahrene Kranführer auch nicht mehr in den Metallkäfig setzen. "Aber runter kommt man immer, zur Not laufe ich halt." Übernachten musste er jedenfalls noch nie in seiner Kabine. Obwohl, fast 140 Meter hoch- oder herunter zu klettern, das zieht sich. Deshalb leistet sich der 52-Jährige den Luxus und fährt sich morgens, zum Schichtbeginn, per Fernbedienung selbst nach oben - und abends wieder runter.

Runter nur für´s "große Geschäft"

Die Pausen werden natürlich oben eingelegt. Runter geht´s nur für das "große Geschäft". "Aber das ist mir bisher kaum passiert." Und das kleine Geschäft wird hoch über dem Rhein in einen Eimer erledigt. "Wenn das Wetter schön ist, laufe ich mal ein paar Schritte hier oben auf dem Gegenausleger, sonst sitze ich immer." Langweilig werde es trotzdem nie. "Es gibt immer was zu ziehen". Und am Sonntag, wenn früher Feierabend gemacht wird, will er sich den Xantener Dom endlich einmal persönlich aus der Nähe anschauen.WOLKENKRATZERIn Frankfurt saß Siegfried Maier meist beim Hochbau im Kran. Bis zu 150 Meter waren die Krane dort. "Hier am Niederrhein ist es aber schöner zu arbeiten, es gibt einfach mehr Platz."Zwischen den Hochhäusern sei der Wind zudem ein größeres Problem als auf dem flachen Land. "Außerdem ist es hier ruhiger." Die Höhe der Krane mache, so Maier, übrigens keinen großen Unterschied. "Zwei, drei Tage, und man hat sich daran gewöhnt." Maier darf Ober- und Unterdreherkrane fahren. An der Rheinbrücke sind insgesamt sechs Kranführer im Einsatz. Den so genannten Autokran, der am Freitag aufgebaut wird, darf Maier aber nicht fahren.




25.07.2007     MANUEL PRAEST

Quelle: www.nrz.de





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